Freitag, 10. Mai 2013

Eis mit Sahne und Zuckerstreuseln, stumme Busfahrer und die längste Mittagspause!

Tage, deren Anfang mit Sonnenstrahlen beginnt und deren Frühstück auf Arbeit stattfindet haben nur eine Chance gerettet zu werden und nicht verloren zu sein: Ein Riesen-Eis in der Mittagspause!
An Komplizen mangelte es mir und so war der Plan schnell gemacht. Eine Stunde Mittagspause reichte uns dreien perfekt für 10 Minuten Busfahrt, 10 Minuten für Eis anstellen, 10 Minuten hüpfen vor Freude über den leckersten Eisbecher der Welt und 30 Minuten Spaziergang zurück an den Ort, an den wir Arbeitsplatz nennen :-)

Erklärtes Ziel war der Eispiratenladen am Boxhagener Platz und auf jeden Fall ein Eisbecher mit dem Bestandteil Kinderschokoladeneis. Die Stimmung war euphorisch bis heiter wie das Wetter und zwar genauso bis zu dem Moment, in dem uns der Bus zum Eispiraten-Laden chauffierte.
Der war nämlich entgegen der Meinung des Internetzes nicht ab 12 Uhr, sondern erst ab 14 Uhr geöffnet.

Da Kopf in den Sand stecken und Vogel-Strauß spielen bekanntlich nicht viel bringt, haben wir uns wagemutig entschlossen flexibel zu sein und alles auf eine Karte zu setzen: Der Frozen Yoghurt Laden an der Warschauer Straße wurde als neues Ziel angepeilt, um endlich eine süße Mittagspause zu verbringen. An uns klebte jedoch kein süßer Film von klebrigen geschmolzenes Eis, sondern Murphys Law! Und es verfolgte uns in aller Konsequenz und war das einzige nicht enttäuschende an diesem Tag: Der Yoghurt Laden war ebenfalls geschlossen.
Unser Wagemut schrumpfte im Gleichtakt mit den verbliebenen Mittagspausen-Minuten. Aber wir wären nicht wir, wenn wir uns von der Welt einfach so unterkriegen lassen.
Deshalb ging es nichtsdestotrotz einfach zurück zum Boxi: Die ganze Trödelei sollte eigentlich soviel Zeit haben verstreichen lassen, dass die Eispiraten bereit für unseren Besuch sein müssten. Waren sie auch und es war so toll wie immer :-) Wir alle drei verließen glücklich, unsere ersehnten Eisbechern in den Händen haltend das Geschäft back to the Bushaltestelle, die uns jetzt wirklich dringend zurück zur Arbeit bringen musste. Die Mittagspause war noch 5 Minuten lang...Bis hier hin war trotzdem noch alles gut, von keiner unserer Niederlagen haben wir uns unterkriegen lassen. Das es letztendlich kein Kinderschokoladeneis gab war auch verschmerzbar….Doch als der Bus kam, begann sich unser Blatt endgültig zu wenden: Als der Bus hielt, die Tür aufging und uns der Busfahrer wild gestikulierend, ohne jeglichen Laut (außer ein tiefes brummiges Atmen) nicht in den Bus ließ und dabei wild auf die Pommes-Abbildung pochte, breitete sich tiefe Verstörung aus. Unsere Eiskugeln wähnten sich sicher in, meiner Meinung nach, tropfsicheren Plastikschalen. Der empirische Beweis dafür ist, durch meine nicht vollgekleckerten Hände erbracht. Außerdem waren zwei der drei Eisbecher so gut wie aufgefuttert. Auf unsere Anfrage, ob wir wenigstens zwei Stationen mitfahren können, weil wir sonst zu spät zur Arbeit kommen, brummte er nicht mal mehr vor sich hin, sondern schloss einfach die Bustür. Ich weiß, dass dieses Erlebnis nicht damit zu vergleichen ist, wenn Minderjährige von der Deutschen Bahn alleine in der Wildnis ausgesetzt werden, weil der Fahrschein nass geworden ist. Aber es wäre schon nett gewesen, wenn uns der Busfahrer auf deutsch, vielleicht auch freundlich, auf jeden Fall mit Wörtern erklärt hätte, dass unsere Eisbecher das Problem sind. Auf der Abbildung, auf die er so vehement und unerbittlich mit dem Fingern pochte, waren nämlich nur Pommes, Bier und ein Hund. Auf Hunde bin ich allergisch, Pommes gab es nicht und betrunken dürfen wir generell nicht arbeiten. Erst ab 18 Uhr.


Sonntag, 4. November 2012

Smells like Cheese-Spirit

Ja, schon wieder Sonntag: schon wieder der Tag an dem Lindenstraße kommt und schon wieder der Tag bevor die Mühlen des Alltags uns durch die Woche mahlen.
Eigentlich ein entspanntes und sehr gemütliches Wochenende mit dem Hasen-Mann mit nur einem wirklichen Ziel vor Augen: der Käse-Markt in den neuköllner Markthallen.

Nachdem ich Samstag mittelleicht lädiert, nach Arbeitskollegen-Bier aufgewacht bin und meinen erfahrungsgemäß nötigen Liter Cola getrunken hatte, ging es los. Ich wollte schon immer mal in die Markthalle, bisherviel gehört aber halt noch nichts gesehen. Joar. Da standen wir nun, mein halb ausnüchterndes Ich und mein fröhlicher Begleiter auf der Suche nach dem Käse unseres Lebens. Sehr sehr schnell im Eingangsbereich noch, stellte sich heraus, dass etwas nicht stimmt. Ein merkwürdiges Störgefühl, das erst wich, als ich das Datum vom iPhone mit dem Datum der Markttafel verglich. Ja, unser grandioser Ausflug war einen Tag zu früh. Egal, wenn wir schonmal unterwegs sind, machen wir das Bester daraus und Wochenmarkt kann auch schön sein. Außerdem sollte es abends mit Bergkäse gefüllte Rinderrouladen geben und einen Bergkäse sollte es doch auf dem Wochenmarkt geben. Und was es alles so gibt. Also diese Halle kann ich wirklich empfehlen. Ist wie grüne Woche, nur viel viel viel viel kleiner und naja, nicht nur im Januar :))) Das Bergkäse-Etappenziel war auch in sichtbarer Ferne. Ein Käsestand. Juhuuu, und das obwohl es nicht offiziell Käsemarktzeit war. Wir stellen uns also beim Käsestand an und ich frage mich immer noch, wie lange es üblicherweise dauert um 100 Gramm Käse zu kaufen. Die Minuten zogen sich wie zäher Schmelzkäse und verronnen wie alter Käse. Die Frau vor uns, hatte sich an dem Tag nämlich entweder vorgenommen endlich ihren Lieblingskäse wieder zu finden oder war eine geheime Reporterin, die sich ohne Geld durch die Welt schlagen muss. Jedenfalls ist es unglaublich langweilig zu warten und dem Grund des Wartens zu sehen zu müssen, wie quasi jeder nicht vakuumversiegelte Käse gekostet werden muss. Eine gewisse Erwartungshaltung stieg dann doch in mir auf, ob sie ihren Lieblingskäse jetzt endlich gefunden hat.
Wirklich erfolgreich waren aber weder die Frau noch die Käseverkäuferin noch der Käse.
Ich wollte gestern nicht mein Diplom in Geduld machen, ließ das Hässchen also stehen und machte mich auf die Suche nach einer rettenden Apfelschorle. Das Hässchen schaute dem hüpfenden Käse-junkie noch eine Weile geduldig zu, machte sein Geduld-Diplom mit Auszeichnung und brachte den ersehnten Käse mit.
Weil wir so einen Lauf hatten, bot es sich an, das Fleisch auch gleich zu kaufen. Also ab an den Fleischstand. Danke nochmal an den Fleischverkäufer, der gesehen hat wie verwirrt und überfordert die zwei Hässchen davor standen. Danke das du nichts gemacht hast, ich habe ne Menge dadurch gelernt.
Wieviel Fleisch kauft man für vier Rinder-Rouladen? Meine naive Antwort lautet: 4 Rinderrouladen bitte. Der Typ schaute uns an, ich schaute das Hässchen an, das Hässchen setzte an um das ganze irgendwie noch aufzuhalten (er wusste ja, dass wir keinen Karren für die halbe Kuh dabei hatten). Der Fleischmann schnitt also fröhlich 4 halbe Kühe von dem Stückfleisch und präsentierte uns die 21 Euro Fleischrechnung. Er schaute auch etwas enttäuscht, dass er kein Trinkgeld bekam. Fassungslos, regungslos und irgendwie über mich und die Welt verwundert gab ich ihm alles was ich noch hatte, Kleingeld. Dann nahmen wir unser Kilo Fleisch und zogen von dannen, Gefriertüten kaufen, wer isst das denn sonst alles :))))

Notiz an mich: Nein soviel Geld habe ich nicht sagen.... oder einfach merken, dass man für 4 normalkleine Rinderrouladen nur eine Scheibe braucht. Wenn wir die Scheibe so genommen hätten, das wäre doch niemals als Roulade in den Ofen gegangen. Mein Ofen hätte mich ausgelacht...naja, so hat mit der Gefrierschrank ausgelacht...Fleisch einfrieren...höhö

So, ich lese dann mal weiter was mit Travelling Jack so passiert. Stephen King und der andere Typ. Meine Ein-Euro Erwerbschaft "Der Talisman" vom Flohmarkt. Ich bin glücklich und zufrieden, dass ich nach Hyperion (Simmons) doch wieder etwas lesen kann, das mehr als 300 Seiten hat.